Die Antarktis hat der Wissenschaft bahnbrechende Entdeckungen beschert — vom Ozonloch über 800.000 Jahre alte Klimaarchive bis hin zu kosmischen Neutrinos aus fernen Galaxien.

Was verraten Eisbohrkerne über das Klima?

Eisbohrkerne aus der Antarktis sind das detaillierteste Archiv des Erdklimas über die letzten 800.000 Jahre. Eingeschlossene Luftblasen konservieren die Atmosphäre vergangener Epochen. Das EPICA-Projekt bohrte in der Ostantarktis 3.270 m tief und zeigte erstmals den engen Zusammenhang zwischen CO₂ und Temperatur über acht Eiszeiten hinweg. Aktuell sucht das Projekt „Beyond EPICA“ nach 1,5 Millionen Jahre altem Eis.

Warum findet man Meteoriten in der Antarktis?

Die weiße Eisfläche macht dunkle Meteoriten besonders gut sichtbar — über 40.000 Meteoriten wurden hier gefunden. Eisströme transportieren Meteoriten, die über Jahrtausende gefallen sind, zur Oberfläche. Darunter sind seltene Mars- und Mond-Meteoriten. Der berühmteste ist ALH 84001, ein Mars-Meteorit, in dem 1996 mögliche Spuren von fossilem Leben entdeckt wurden.

Was ist das IceCube-Observatorium?

IceCube ist ein Neutrino-Detektor im Eis unter der Südpolstation — der größte Teilchendetektor der Welt. 5.160 Lichtsensoren sind in einem Kubikkilometer Eis vergraben. Sie registrieren winzige Lichtblitze, wenn kosmische Neutrinos mit dem Eis interagieren. 2017 gelang es erstmals, die Quelle eines Neutrinos zu identifizieren — ein aktiver Galaxienkern 4 Milliarden Lichtjahre entfernt.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist die Antarktis gut für Astronomie?

Trockene, dünne Luft, wenig Lichtverschmutzung und sechs Monate Dunkelheit im Winter — ideale Bedingungen.

Wurden Dinosaurierfossilien in der Antarktis gefunden?

Ja, mehrere Arten, darunter der Cryolophosaurus. Die Antarktis war vor 200 Millionen Jahren Teil des warmen Superkontinents Gondwana.