Die Westantarktis ist der kleinere, aber klimatisch weitaus verwundbarere Teil des Kontinents — ihr Eisschild ruht auf Felsboden unter dem Meeresspiegel.

Warum ist die Westantarktis so instabil?

Der westantarktische Eisschild liegt größtenteils auf Untergrund, der bis zu 2.500 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Das bedeutet: Warmes Ozeanwasser kann unter den Eisschild eindringen und ihn von unten aufschmelzen. Dieser Prozess heißt „marine Eisschildinstabilität“ und kann sich selbst verstärken — ein möglicher Kipppunkt im Klimasystem.

Was ist der Thwaites-Gletscher?

Der Thwaites-Gletscher wird in den Medien als „Doomsday-Gletscher“ (Weltuntergangs-Gletscher) bezeichnet. Er ist so groß wie Großbritannien und verliert jährlich etwa 50 Milliarden Tonnen Eis. Sein vollständiger Kollaps würde den Meeresspiegel um 65 cm heben — und könnte benachbarte Eismassen destabilisieren, was den Anstieg auf über 3 Meter treiben könnte. Forschende beobachten, dass sich warmes Tiefenwasser unter seinen Schelfeisrand schiebt.

Wie viel Meeresspiegel steckt in der Westantarktis?

Wenn der gesamte westantarktische Eisschild schmilzt, steigt der Meeresspiegel um etwa 5 Meter. Der Pine-Island-Gletscher und der Thwaites-Gletscher sind die beiden Schlüsselgletscher. Beide verlieren zusammen über 100 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr — mehr als je zuvor gemessen. Die Schmelzrate hat sich seit den 1990er Jahren verdreifacht.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Kollaps der Westantarktis unvermeidbar?

Einige Wissenschaftler halten den Rückzug bereits für unaufhaltsam. Aber die Geschwindigkeit hängt davon ab, wie stark sich die Erde noch erwärmt.

Was ist der Pine-Island-Gletscher?

Neben dem Thwaites einer der am schnellsten schrumpfenden Gletscher der Westantarktis, mit einem Eisverlust von rund 45 Milliarden Tonnen pro Jahr.

Wie wird die Westantarktis erforscht?

Durch Satelliten, Unterwasser-Roboter, Bohrungen durch das Schelfeis und das Forschungsschiff Polarstern.