Unter dem kilometerdicken Eis der Antarktis verbergen sich über 400 Seen — seit Millionen Jahren vom Rest der Welt isoliert. Der größte ist der Wostoksee, ein Wasserreservoir so groß wie der Ontariosee.
Was ist der Wostoksee?
Der Wostoksee ist mit 250 km Länge und 50 km Breite der größte subglaziale See der Antarktis. Er liegt unter 3.769 Metern Eis nahe der russischen Station Wostok und wurde 1996 durch Radaruntersuchungen bestätigt. Das Wasser ist seit mindestens 15 Millionen Jahren vom Rest der Welt abgeschnitten. Die Wassertemperatur beträgt etwa -3 °C — der enorme Druck des Eises verhindert das Gefrieren.
Gibt es Leben in den Seen?
Wissenschaftler vermuten extremophile Mikroorganismen in den isolierten Seen. 2012 bohrte ein russisches Team erstmals durch den Eispanzer in den Wostoksee. In Proben wurden Spuren von Bakterien gefunden. Die Frage, ob diese aus dem See stammen oder aus der Bohrflüssigkeit kontaminiert wurden, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Suche nach Leben hier hat direkte Bedeutung für die Suche nach Leben auf Eismonden wie Europa (Jupiter) und Enceladus (Saturn).
Wie entstehen Seen unter dem Eis?
Erdwärme aus dem Untergrund und der enorme Druck des Eises darüber erzeugen genug Wärme, um das Eis an der Unterseite zu schmelzen. Der sogenannte Druckschmelzpunkt liegt bei etwa -3 °C unter mehreren Kilometern Eis. Viele der Seen sind durch subglaziale Flüsse miteinander verbunden — ein ganzes Netzwerk aus Wasser unter dem Eisschild.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele subglaziale Seen gibt es?
Über 400 bestätigte Seen, die tatsächliche Zahl liegt vermutlich noch höher.
Warum sind die Seen wichtig?
Sie könnten unbekannte Lebensformen beherbergen und helfen bei der Frage, ob Leben unter Eismonden wie Europa existieren könnte.
