Schelfeise sind schwimmende Eisplatten, die den Rand der Antarktis umgeben — sie wirken als Stützpfeiler für den Eisschild dahinter und bremsen seinen Abfluss ins Meer.

Was ist ein Schelfeis und wie funktioniert es?

Ein Schelfeis entsteht, wo Gletscher und Eisströme das Meer erreichen und aufschwimmen. Diese gewaltigen Eisplatten sind bis zu 1.000 Meter dick und können hunderttausende Quadratkilometer bedecken. Ihre wichtigste Funktion: Sie bremsen den Nachfluss von Landeis ins Meer — ein Effekt namens „Buttressing“. Ohne diesen Stützeffekt fließt das Eis dahinter deutlich schneller ins Meer und hebt den Meeresspiegel.

Wie groß ist das Ross-Schelfeis?

Das Ross-Schelfeis ist mit rund 500.000 km² etwa so groß wie Frankreich — das größte Schelfeis der Antarktis. Es ist bis zu 750 Meter dick, und seine Eiskante ragt als bis zu 50 Meter hohe Wand aus dem Meer. Die frühen Entdecker nannten sie die „Great Ice Barrier“, weil sie jeglichen Zugang zum Südpol blockierte.

Können Schelfeise kollabieren?

Ja — und das ist bereits mehrfach geschehen. Das Larsen-B-Schelfeis an der Halbinsel kollabierte 2002 innerhalb weniger Wochen. 3.250 km² Eis zerbrachen in tausende Eisberge — nach 12.000 Jahren Stabilität. Seitdem hat sich der Gletscherabfluss dahinter vervielfacht. Der Klimawandel erhöht das Risiko weiterer Zusammenbrüche.

Häufig gestellte Fragen

Hebt ein zerfallendes Schelfeis den Meeresspiegel?

Nicht direkt — Schelfeise schwimmen bereits. Aber der beschleunigte Abfluss des Landeises dahinter hebt den Meeresspiegel.

Welches Schelfeis ist am stärksten gefährdet?

Das Thwaites-Schelfeis in der Westantarktis und die verbliebenen Larsen-Schelfeise an der Halbinsel.