Das Ozonloch über der Antarktis ist eine der dramatischsten Umweltveränderungen des 20. Jahrhunderts — und zugleich eine der größten Erfolgsgeschichten internationaler Zusammenarbeit.
Was ist das Ozonloch?
Jedes Frühjahr (September bis November) verdünnt sich die Ozonschicht über der Antarktis dramatisch. Die Ozonschicht in der Stratosphäre (15-35 km Höhe) schützt die Erde vor schädlicher UV-B-Strahlung. 1985 entdeckten britische Forscher der Halley-Station eine massive Verdünnung — das Ozonloch. Die Entdeckung schockierte die Wissenschaft, da kein Klimamodell es vorhergesagt hatte.
Wie entsteht das Ozonloch?
Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) aus Kühlschränken, Spraydosen und Industrieprozessen zerstören Ozonmoleküle. Die extreme Kälte des antarktischen Winters (-80 °C in der Stratosphäre) bildet polare Stratosphärenwolken. Auf deren Oberfläche laufen chemische Reaktionen ab, die im Frühjahr — wenn die Sonne zurückkehrt — Ozon besonders effizient zerstören. Darum ist das Loch über der Antarktis so viel ausgeprägter als über der Arktis.
Erholt sich das Ozonloch?
Ja — dank des Montreal-Protokolls von 1987 erholt sich die Ozonschicht langsam. Das Abkommen verbot die Produktion von FCKW und wurde von 198 Staaten ratifiziert — das erste Abkommen mit universeller Ratifizierung. Wissenschaftler erwarten eine vollständige Erholung der antarktischen Ozonschicht zwischen 2060 und 2080. Das Montreal-Protokoll gilt als Beweis, dass internationaler Umweltschutz funktionieren kann.
Häufig gestellte Fragen
Ist das Ozonloch gefährlich?
Erhöhte UV-Strahlung kann Hautkrebs und Augenschäden verursachen. Auch das marine Ökosystem, insbesondere Krill, wird geschädigt.
Gibt es ein Ozonloch am Nordpol?
Es gibt gelegentliche Verdünnungen, aber kein dauerhaftes Loch — die Arktis ist wärmer und bildet weniger Stratosphärenwolken.
Was hat FCKW ersetzt?
Teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW). Diese schonen die Ozonschicht, sind aber starke Treibhausgase — ihre Reduktion ist Gegenstand des Kigali-Amendments (2016).
