Der Klimawandel hat die Antarktis erreicht — die Halbinsel erwärmt sich dreimal schneller als der globale Durchschnitt, das Meereis schrumpft und der Eisschild verliert jährlich 150 Milliarden Tonnen.
Wie stark erwärmt sich die Antarktis?
Die Antarktische Halbinsel hat sich in 50 Jahren um 2,6 °C erwärmt. Im März 2022 lagen die Temperaturen an der Concordia-Station in der Ostantarktis 38,5 °C über dem saisonalen Durchschnitt — ein Ereignis, das Wissenschaftler als „unmöglich“ bezeichneten. Auch im Februar 2020 wurde auf der Halbinsel ein Rekord von +18,3 °C gemessen.
Was passiert mit dem Meereis?
Seit 2016 befindet sich das antarktische Meereis in einem dramatischen Rückgang. 2023 und 2024 erreichte die Ausdehnung historische Tiefststände. Das Meereis ist entscheidend für das gesamte Ökosystem: Krill-Larven brauchen Eis-Algen als Nahrung, und Kaiserpinguine brüten auf stabilem Meereis. Sein Verlust bedroht die Basis der antarktischen Nahrungskette.
Wie viel Eis verliert die Antarktis?
Der Eisverlust hat sich von 40 Milliarden Tonnen/Jahr in den 1990ern auf über 150 Milliarden Tonnen verdreifacht. Besonders die Westantarktis ist betroffen: Der Thwaites-Gletscher und der Pine-Island-Gletscher verlieren zusammen über 100 Milliarden Tonnen pro Jahr. Die Beschleunigung gibt Anlass zu großer Sorge unter Klimaforschern.
Häufig gestellte Fragen
Kann man den Klimawandel in der Antarktis stoppen?
Verlangsamen ja, einige Prozesse könnten aber bereits Kipppunkte überschritten haben und nicht mehr umkehrbar sein.
Betrifft die Eisschmelze auch Deutschland?
Ja, der Meeresspiegelanstieg durch antarktisches Eis bedroht Küstenstädte weltweit, auch an der Nordsee.
