Selbst am kältesten Ort der Erde werden immer neue Temperaturrekorde aufgestellt — Hitzewellen in der Antarktis klingen paradox, sind aber alarmierend real.

Wie warm kann es in der Antarktis werden?

Am 6. Februar 2020 wurde auf der Antarktischen Halbinsel eine Rekordtemperatur von +18,3 °C gemessen. Das ist wärmer als an manchen Sommertagen in München. Der Rekord wurde an der argentinischen Station Esperanza registriert und von der Weltmeteorologischen Organisation (WMO) offiziell bestätigt.

Was war die Hitzewelle im März 2022?

Im März 2022 lagen die Temperaturen an der Concordia-Station in der Ostantarktis 38,5 °C über dem saisonalen Durchschnitt. Normalerweise herrschen dort im März etwa -55 °C. Die gemessene Temperatur von -11,5 °C war für diese Region und Jahreszeit völlig beispiellos. Wissenschaftler nannten es das „unmöglichste“ Wetterereignis, das je irgendwo auf der Erde beobachtet wurde. Gleichzeitig erlebte auch die Arktis extreme Wärme.

Was bedeuten die Trends?

Die Halbinsel erwärmt sich seit 50 Jahren mit 2,6 °C dreimal schneller als der Durchschnitt. Im Inneren ist der langfristige Trend weniger eindeutig, aber die Extremereignisse von 2022 zeigen, dass auch dort massive Abweichungen möglich sind. Die atmosphärischen Muster, die diese Hitzewellen verursachen (atmosphärische Flüsse), könnten durch den Klimawandel häufiger werden.

Häufig gestellte Fragen

Was war die kälteste gemessene Temperatur?

-89,2 °C an der Station Wostok am 21. Juli 1983. Satellitenmessungen zeigten bis -98 °C.

Wie wird die Temperatur in der Antarktis gemessen?

Durch Wetterstationen an Forschungsstationen, automatische Wetterstationen (AWS) und Satelliten.